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| 28.12.03 eilig labend drei tage völlerei:
ab
donnerstag ein neues jahr. fasten und sport der gute vorsatz! sherry.
hirschrollbraten, maronen und preiselbeeren, klöße und
rotkohl. rotwein. vanilleeis, blaue grütze, schlehenfeuer.
mohnplätzchen.
dänisches knäckebrot. rotwein. entenbrust, hirschgulasch, schweinebraten, klöße, rotkraut. aprikoseneis, mohn- und käsekuchen, kaffee. nürnberger rostbratwürstchen, sauerkraut, ofenkartoffel mit rahm. weihnachtsbier aus einer hausbrauerei. |
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| 22.12.03 ES SCHNEIT! |
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| später... |
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| 18.12.03 Weisse Weihnacht jedes jahr wünsche ich mir
schnee zu weihnachten. das einzige bisschen schnee, welches ich bislang
in ffm gefunden habe, ist der dumme schneemann auf dem eingang
eines noch dümmeren amüsierbetriebes im bahnhofsviertel.
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| 11.12.03 Von Mixtapes... "Was hörst du für
Musik?" gehört zu den Eingangsfragen, wenn man jemanden neu
kennenlernt. Über Musikgeschmack lässt sich nicht nur
streiten, er verrät auch viel über das Lebensgefühl des
Anderen. Bekommt man ein Mixtape geschenkt, ist das oft mehr als eine
Musikkassette mit 94 Minuten Musik, sondern eine Botschaft. Dieses Band
sagt etwas über den aus, der die Musik zusammengestellt hat.
Hört man nach Jahren die Kassette wieder an, kommen
(gleich einem Fotoalbum) alte Erinnerungen und Gefühle hoch. Da
ist die Kassette, mit der man '87 in den Sommerurlaub gefahren ist, um
die Lieder per Walkman am Strand zu hören. Oder das Tape,
welches man verliebt dem Ziel seiner Sehnsucht zusammenmixte, jedes
Lied transportiert die Botschaft der Liebe, die Reihenfolge der Lieder
ist eine Dramaturgie der Leidenschaften. Gerade jetzt,
da Musik in nahezu professioneller Qualität auf CD gebrannt werden
kann, vielleicht auch im Zuge des 80er Jahre Revivals, wird die gute
alte Musikkassette wiederentdeckt.
An der Universität Hamburg gab es ein Forschungsseminar zu den Mixtapes. Die Ergebnisse wurden erst im Sommer in Hamburg ausgestellt, nun kommt die "Mixtapes"-Ausstellung nach Frankfurt. Insgesamt 80 Kassettennutzer zwischen 20 und Mitte 40 wurden befragt. Nur unwesentlich mehr Männer als Frauen berichteten in langen Gesprächen über ihre Erfahrungen. Aufgeräumt werden muß mit Klischees. Der Mann, der liebt, stelle Mixtapes zusammen und schenke sie seiner Angebeteten, so wurde es eingehend in der Popliteratur der letzten Jahre beschrieben. Da waren sie sich einig, ob Nick Hornby oder von Stuckrad-Barre. Selbst Karin Duve bestätigt dies in "Dies ist kein Liebeslied", wo die Kapitel nach den Mixtapes verflossener Liebhaber geordnet sind. Hornby setzte dieser, seiner Ansicht nach, typisch männlichen Tätigkeit in dem Roman "High Fidelity" ein literarisches Denkmal. Die Ausstellung im Museum für Kommunikation belegt jedoch: Das Mixtape ist keine Männerdomäne! Es wird von Mann, wie Frau genutzt. Alle mixen, quer durch alle Musikgeschmäcker, ob aus der Hitparade des Radios oder selbstgemachte Hörspiele. Es wird gespult, aufgenommen, gehört, bis das Band im immer stärkeren Rauschen den jähen Kassettentod findet. |
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| 07.12.03 Weihnachtsdeko in der Metzgerei Es war spät am Abend als
ich an dem Laden vorbeiging. Von drinnen leuchtete es matt durch die
fast vollkommen beschlagenen Schaufenster. Wie durch Weichzeichner sah
man die Konturen des Inneren. Wärme und die würzige Feuchte
der Wurstwaren, hüllten den
Laden in Nebel.
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| 06.12.03 Vorher und Nachher Da bin ich mal ganz kurz weg,
nur schnell rüber in den Clubkeller, was trinken, da stehen da
diese Stiefel im Flur vor der Tür meines Vermieters. Der hat zwei
Töchter und die glauben anscheinend an
den Nikolaus.
Kaum eine Stunde später, schau an, muss der Nikolaus wohl tatsächlich da gewesen sein. Brettspiel und Puma-Handtäschchen. Glaube zahlt sich aus... |
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| 05.12.03 wo wohnt der nikolaus? Als Kind habe ich ein einziges
Mal dem Nikolaus einen Brief geschrieben. Und da
der Nikolaus stets von draussen kommt, hatte ich ihn
aussen auf mein Fensterbrett gelegt. Einen Briefumschlag mit
selbstgemalter Briefmarke, adressiert an: NIKOLAUS. Mittags war der
Brief noch immer da, vor dem Abendbrot auch, vor dem Zubettgehen sah es
nicht anders aus. Ich fing an mir Sorgen zu machen. Was wenn der
Nikolaus meinen Brief nicht bekommen würde?
Vielleicht kommt der Nikolaus erst nachts, damit ihn niemand sieht und holt dann die Post der vielen Kinder ab, dachte ich wohlgemut vor dem Einschlafen. Am nächsten Morgen, der Blick ging zuerst zum Fensterbrett. Tatsächlich. Der Brief war weg. Ach, alles gut, dachte ich mir. Doch kurz bevor ich mein Fenster schloss, bemerkte ich aus dem Augenwinkel, ein Stück Papier auf dem Boden unter meinem Fenster. Konnte es sein? Ja genau, es war mein Brief. Dreckig und durchnässt lag er da. Und wenn er dort unten lag, dann konnte der Nikolaus ihn unmöglich nachts gefunden haben. Theoretisch war die elterliche Anregung einen Brief an den Nikolaus zu schreiben eine tolle Idee gewesen, doch in der Praxis, so wurde mir in diesem Augenblick bewusst, würde das mit der Weihnachtspost nie was werden, solange der Brief so unzulänglich adressiert war. Kein Wunder, dass der nicht verschickt werden konnte. Das Problem erschien mir unlösbar. Wer weiss schon, wo der Nikolaus wohnt? Der Brief landete im Papierkorb, Geschenke gab es trotzdem. Lang ist das her. Heute nun steh ich scheinbar ewig in der Schlange bei der Post an. Vor mir ein stattlicher junger Mann, mit Bomberjacke, Rockabilly-Frisur, superbreite Koteletten, die schon fast Bartformat haben, dazu hohe rote Doc Martins und bis zu den Knöcheln hochgekrempelte verwaschene Jeans. Man kann sich ausmalen, dass man mit dem Kerl mal besser keinen Ärger aufkommen lässt. In der Hand hält er ein dick wattiertes Päckchen. Just in dem Moment fällt mir auf, dass es einen Tag vor Nikolaus ist und wohl dies auch der Grund für die elendlich lange Schlange an dem Schalter. Mit seiner Hand verdeckt Rockabilly den Absendernamen. Nach der Grösse des Päckchens könnte es ein Buch sein. Irgendwas mit "Frankfurt" steht da. Unleserlich geschrieben. "Abs.: "FRANKFURTER...". Das hab ich schon lang nicht mehr gesehen, das jemand die Abkürzung "Abs.:" benutzt. Lustig das, denk ich so bei mir. Jetzt geht sein Daumen beiseite und ich kann den Absender ganz deutlich lesen. "Abs.: FRANKFURTER NIKOLAUS". Ich schaue auf den breiten Rücken vor mir, die dunkelroten Schnürschuhe, die Tolle. Vor mir steht er, der Echte, Nikolaus. Endlich weiss ich, wo er wohnt. Hier, bei mir, in Frankfurt! |
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Weihnachtsmann
verkleiden
Sowas, wie einen "Frankfurter Nikolaus" gibt es sogar tatsächlich. Ganz im ernst. Die "Frankfurter Nikolausinitiative" bietet einen Umrüstbastelbogen für Schoko-Nikoläuse an. Aus Konsum-Weihnachtsmann werde damit ein-zwei-drei ein bischöfflich korrekter Nikolaus. |
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| 04.12.03 Weihnachtsbäckerei Bei mir um die Ecke gibt es
eine Bäckerei, die muss der Traum jedes Kindes sein. So ein
bisschen wie die alte Werthers Echte-Werbung muss man sich das
vorstellen. Die Verkäuferinnen haben gestärkte weisse
Schürzen an, sogar mit Rüschen auf Kragenhöhe und der
Ladenraum ist mit Tischen voller selbstgemachter Kuchen, Torten oder
Gebäck gefüllt. Zur Weihnachtszeit stapeln sich dort
Plätzchen, Zuckerwerk und Lebkuchenhäuser. Fast wie in der
guten alten Zeit. Jetzt hab ich es gesagt und klinge dabei beinahe wie
meine Mutter.
Das einzig Idylltrübende
ist das Logo auf der Brötchentüte. Die zwei S im Namen, von
deenn eins prominent groß gedruckt ins Auge fällt sitzen
genau hintereinander. Ein Freund spricht nur noch von der
SS-Bäckerei (da diese dummerweise auch 1935 gegründet wurde).
Und schon ist es wieder vorbei mit all der wunderbaren Nostalgie, den
gestärkten Schürzen und den Pfefferkuchenbergen.
Die Bäckerei ist wirklich
super, aber ich muss seitdem trotzdem dauernd an ein Gebäck-KZ
denken, wenn ich an der liebevoll arrangierten Auslage vorbeigehe.
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| 01.12.03 Ausflug ins ZKM Gestern
ging es in das ZKM nach Karlsruhe. In Karlsruhe war ich schon lang
nicht mehr, ich fahr aber immer wieder gerne hin, schliesslich war ich
mal für 2 Monate dort wegen eines Praktikums in der Staatlichen
Kunsthalle.
Zwei Gründe führten mich ins ZKM. In der dort laufenden Ausstellung, welche Videokunst der Sammlung Goetz zeigt, ist ein Video ('The Interview') von Tracey Emin dabei, die Künstlerin auf die ich bei meiner Magisterarbeit meinen Fokus gesetzt habe. Ausserdem hatte ich mir erhofft, im dortigen Büchergeschäft massig passende Literatur zu finden. Beides hat sich bestens erfüllt. Für die anderen Videos der Ausstellung FAST FORWARD hatte ich nur einen kurzen Blick übrig. Es ist immer wieder nett, Kunstwerke wiederzutreffen, die man schon kennt. Ganz besonders bei Video, da man sich oft nicht die Zeit nimmt sie voll anzuschauen, daher kann man sie nie oft genug wieder sehen. Obwohl mein Blick nur flüchtig war, hätte es sich auf jeden Fall gelohnt mehr Zeit zu investieren, denn die Auswahl der Künstler und Arbeiten ist super, das "who is who" der 9oer Jahre. Viele waren schon of Documentas oder Biennalen zu sehen, Turner-Preisträger waren darunter und weitere Geheimtipps von gestern, heute längst etabliert. Und allesamt sind im Besitz der Samlung Goetz, die sowas wie das deutsche Pendant der britischen Saatchi-Sammlung darstellt. |