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Juli-Notizen
31.07.04
wenn man im urlaub ist und dennoch zugang zum internet hat...

buchholz. kleinstadt. nordheide. ein temporäres zuhauses. was tun?

zuallererst zum nächsten media markt fahren (hallo buxtehude!) und ein modem kaufen, das wird in den alten pc vor ort eingebaut und schon fühlt man sich ein bisschen wie zuhause.

erst am zweiten tag geht es dann nach hamburch, um dort gleich mal dem gegenüber vorzuschlagen, erst abends einkaufen zu gehen, um nichts schweres mit sich rumzutragen. 10 minuten später steh ich in einem schuhgeschäft in der mönckebergstr. (äquivalent der zeil) und finde das paar turnschuhe, welches ich schon in frankfurt angesabbert habe. dazu ist sommerschlussverkauf, die schuhe sind 25 euro runtergesetzt und werden umgehend gekauft. 15 minuten nach meinem eigenen enthaltsamkeitseids bin ich besitzerin von einem paar adidas spezial in hellbraun mit hellblauen streifen.

die schuhe werden bis abends zurückgelegt, wir gehen zur speicherstadt. das dortige speicherstadtmuseum wirkte im internet viel spannender. einzig nett ist, dass es in einem der alten speicherhaus untergebracht ist und man ein gefühl für das gebäude bekommt. am besten hat mir allerdings die damentoilette gefallen. hier scheint die zeit stehen geblieben zu sein. wie vor 40 jahren, ein wasserklosett zum ziehen, alte amarturen, gebrauchte nutzobjekte, sehr schön! 

dann will d. mit mir ins karo- und schanzenviertel. als wir dann im karoviertel waren, fiel uns auf, dass wir kaum noch bargeld hatten und in den kleinen cafés und designläden ist halt nix mit karte zahlen. für ein paar lustige gelbe plastik-ohrclips hat es noch gereicht und für eine pause in einem netten café auch.

zurück zur mönckeberstr, die zurückgelegten turnschuhe abholen und weiter nach st. pauli. zum poetry-slam im molotow hatte es noch 1,5 std., die es zu überbrücken gilt. in der barbarabar sind wir zwischengelandet. süss. mit alten ledersesseln auf der strasse, während von drinnen ???hörspiele nach draussen zu uns schallen. zu spät aufgerafft, los zum molotow, da war natürlich alles schon so was von voll, dass ich beinah schon wieder gegangen wäre. schliesslich haben wir 3,5 eur eintritt gezahlt. Und wofür: für stehen in einem total überfüllten, überhitzten raum? dann doch nach vorn gedrängelt und gleich links neben der bühne auf den boden gehockt, gute sicht auf die bühne, gleich ist alles wieder gut.

das ganze wird von 2 herren moderiert und ist von den lesern her anders als beim 'widerstand', aber auch unterschiedlich zum ffm poetry slam. der text, den ich am besten finde, und irgendwie eine mischung zwischen tim und tillman ist, hat leider gar keine beachtung bei der jury gefunden, die mögenen lieber gaga-texte oder die gesprochenen liedertexte einer frau mit titten. ich sag das so, weil selbst ich dauernd auf ihre brüste gucke. die haben was hervorstechendes. sie selbst ist bestimmt sängerin von einer poprockband und ihre texte erinnern an melancholische lyrik-liedtexte.
ein gedicht über „weisse discogürtel“ ist dann noch primstens, von einem langhaar-metal-mensch vorgetragen, der weisse discogürtel in keiner zu engen hüftjeans mehr sehen will. wie wahr! ein verein sollte man gründen, der unbescholtene augen, vor solchen mode-unsinn schützt!
irgendwann gehen wir. schweissnass, der raum hat sich aufgehitzt und lassen die immer unsinniger dichtenden dichten dichter zurück.



in der nordheide






museums-wc




karoviertel












24.07.04
wech

ab morgen bin ich wech. fort. urlaub. weit weit wech. mit vw-bus und rädern. nach hamburg. zur küste. zur heide. an die luft, in der natur, zu wasser und zu land.





19.07.04
Spielplatz


es gibt spielplätze für kleine. es gibt spielplätze für grosse. und es gibt einen badminton-spielplatz im hafen2 in offenbach. der hafen2 hatte heute geschlossen, das badminton-netz draussen auf der wiese war aber dennoch aufgebaut. wir hatten das gelände fast für uns. ruhig war es. wenn man mal von flugzeugen und dem gejaunere eines party-cruisers vom nahen main absieht. um uns herum war brachwiese und daran schloss sich der blick auf segelmäste, der im hafenbecken ankernden boote. 
während der federball gegen den wind kämpfte, die körper von hin- und hergerenne immer wärmer wurden, hatte ich nebenbei die beste sicht auf die zufahrt zum kingka beach club. im minutentakt rollten schicke sportflitzerchen und silbernen smarts an. auf der hälfte der zufahrt wartete schon das professionell geschulte security-personal und öffnete die schranke für die ankommenden.
und während ich schwitzend auf der wiese stand, wahrscheinlich vom schweiss stank, den ich durch den wind auf meiner haut kalt trocknen fühlte, da kam mir dieses merkwürdige idyll des hafenbrachlandes mit den schienen, dem eisenbahnwagen und dem blick auf das hafenbecken gleich nochmal so schön vor.





17.07.04
jacob sisters

ich wusste, dass sie von hier sind. nur begegnet bin ich ihnen noch nie. es ist ja nicht so, dass man nicht irgendwann, irgendwo über lokale "prominenz" stolpern würde. dunja raiter wohnte in dem ort in dem ich aufwuchs. rudi völler ging regelmässig in die disco an der mainfähre. michael groß konnte man in offenbach begegnen. marcel reich-ranicki nebst gattin sah ich einen tag vor weihnachten beim einkauf in der leipziger strasse. habermas irgendwann im schauspiel. andreas türck sass cocktailtrinkend und baggernd in einer wiesbadener cocktailbar.

zwei der jacobs-sisters sind vorgestern in einem olivfarbenen kübelwagen am filmuseum abgebogen. zwei blonde lockenmähnen vorne auf den sitzen, hinten zwei hundekörbe in quietsche-rosa. und ich, die immer dachte, diese gehören zu den urtypischen frankfurter merkwürdigkeiten, blickte erstaunt auf das offenbacher nummernschild.





12.07.04
ausbeute eines wochenendes

Schön ist er ja nicht, der verspiegelte Koloss an der Berliner Strasse, gleich neben dem Arbeitsamt. Wenn man am Sockelgeschoss an der Videothek vorbeigeht, lässt nichts darauf schließen, dass nur ein paar Stockwerke höher für ein Wochenende lang zwei leere Etagen mit Kunstwerken von Hfg-Studenten gefüllt waren. Und ganz oben, wo sonst ein Schwimmbad für die Bewohner des Hauses ist (obwohl man den verlebten Fluren kaum ansieht, dass diese noch regelmäßig genutzt werden), war eine temporäre Bar untergebracht.

Der jährliche Rundgang machte diese Expansion der Bereiche Fotografie und “Experimentelle Raumkonzepte” erst möglich. In den letzten Jahren gab es immer wieder Übergriffe in den Stadtraum, ob damals im verlassenen Gebäudes eines Möbelhauses, in kleinen Läden der Innenstadt oder zuletzt 2002 im Rohbau des Lindex-Kaufhauses. In den zwei unteren Etagen des “Ersten Offenbacher Hochhauses” residierte unlängst noch ein Diamantenhändler. Am letzten Wochende hingegen hingen an den Wänden Fotoarbeiten, Malereien und Collagen, flimmerten Videos vom Beamer und tönten Audio-Arbeiten hinter verschlossenen Türen.

Zwischen all den unterschiedlichen, teils sehr liebevoll gearbeiteten, manchmal schon niedlichen Arbeiten, ließ sich ein Interesse an Printfomaten herauslesen, und zwar von Studierenden aus beiden Bereichen. Es waren sowohl fertige Magazin- und Zeitschriftenprojekte ausgelegt, wie z.B. das Magazin “faible”. Ebenso gab es Projekte, die zur Zeit noch in der Produktionsphase sind und nur vorläufigen Auszüge in der Ausstellung zeigen konnten. “Per Se” soll nach der Photokina im Herbst offiziell vorgestellt werden und auch ein weiteres Projekt, namens “fa-q-fanzine” kündigte sich mit Plakaten im Treppenhaus an.

Mode ist ein weiteres Schlagwort, das mehrere Arbeiten durchzog, ob in Modefotografien oder mit selbstentworfener Mode. Am letzten Ausstellungstag am Sonntag gab es sogar Mode und Musik mit DJ-Beschallung im “Penthouse“. Dazu wurde man unten im Aufzug erwartet, mit Live Musik zweier Studenten, die entweder softe Lieder sangen (“Fahrstuhlmusik”) oder mit einem Percussion-“Trommelfeuer” den Aufzug zum Wanken brachten. Erleichtert (war man doch nicht abgestürzt) stieg man im elften Stock aus und wurde sogleich mit einer überraschend grandiosen Aussicht über Offenbach und Frankfurt entschädigt. Kühl war es wohl dort oben, doch das Licht beim Sonnenuntergang war blendend schön, so dass viele Besucher auf der Terrasse blieben. Unter die Gästen gemischt waren die Trägerinnen der Modestücke, kaum bemerkbar, da es keine gesonderte Präsentation gab. Nur besonders ausgefallene Stücke, wie ein Topfhut in Rot, fielen deutlich auf. Bei dem Kunst- und Modeaffinen Besuchern konnte man kaum unterscheiden, wer hier Mode präsentierte oder wer seinen individuellen Modestil spazieren trug.

Und dann war es schon auch wieder schon vorbei. Bye bye, temporär ist kurz, ist immer schon gewesen, und alle waren dort und haben es gesehen.

hfg rundgang offenbach hfg rundgang
könnte es sein, dass zeitschriften-machen gerade das DING ist?





05.07.04
feuer

"heute nacht sind die türken abgebrand, keine verletzten... Das ganze haus stinkt... ich bin sprachlos entsetzt"

So lautete die SMS, die mich gestern morgens aus den Schlaf riss. Der Schlaf war selig, das Erwachen zehn Minuten vor dem Summen des Weckers. Noch am Abend zuvor war ich mit meiner Familie lecker essen wegen meines bestandenen Uni-Abschlusses. Darum schlief ich nicht daheim in der WG in Sachsenhausen. Deswegen hatte ich nicht mitbekommen, dass die kurdische Bar, die stets ab ein Uhr die Musik aufdreht und kurz vor sechs schliesst, nicht wirklich ruhte, sondern dort schwehlte etwas. Nichts ahnte ich von dem Rauch, der dicht und schwarz das ganze Treppenhaus hinaufkroch, dem Gestank von Kunststoff und Wollteppichen, die in der Bar verbrannten, den Löscharbeiten und dem Sturmklingeln, um die Bewohner aus dem Haus zu holen.
All das erzählte mir dann meine Mitbewohnerin, die erst um 4 Uhr (wegen der lauten Musik) mit Ohrstöpseln einschlafen konnte und übermüdet und schallgeschützt den Brand verschlief. Die nicht mal das Löschen und später das Klingeln hörte als die Feuerwehr kam. Jetzt sind wir nur froh, dass die Bar vorne und hinten Feuerschutztüren hat. Darin ist alles verbrannt. Sonst ist niemanden etwas passiert, nur ein Schreck und in Zukunft nächtliche Ruhe. Und selbst über die wagt man sich kaum zu freuen, zu furchtbar der Gedanke an das, was nicht noch alles hätte passieren können.





02.07.04
Solirauschen

es ist fast schon zu positiv, was da an reaktionen durch das wepp tickert. es gibt die bösen und die guten, und einen ritter in schimmernder rüstung, der der maid in der not zu hilfe eilt. alles, was man für eine spannende geschichte braucht ist vorhanden und wird gebannt in den kleinen fenstern der heimischen computer verfolgt. werden sich neue fallen und wirrungen auftun? oder gibt es ein happy end? wie in einem fortsetzungroman werden wir mit informationshappen gefüttert: to be continued... doch wie gehts weiter?
während die eine gemeinschaft in lautes solirauschen vefällt, ist es woanders so beängstigend still geworden. keine stellungnahme in dem universitären fachschaftsverteiler und auch nix neues auf der internetzseite. dabei müsste doch gerade dort all der aufruhr reaktionen erzeugen und es schreckt mich, dass diese gegenwehr sich noch nicht ankündigt. vielleicht hört man den sich nähernden sturm nur nicht, weil das solirauschen so laut ist...




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