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November-Notizen
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28.11.03
Kaffee-Sehn-Sucht Immer wieder hört oder liest man, dass Kaffee süchtig mache. Das stimmt. Die Entzugserscheinungen mögen nicht so schmerzlich sein, wie bei anderen Suchtstoffen, aber wenn ein Kaffeetrinker gezwungen ist, bspw. der Gesundheit wegen, damit aufzuhören oder zu pausieren, dann beginnt die Zeit des stillen Sehnens. Seit drei Wochen gibt es weder Kaffee, Alkohol oder Zigaretten. Der Magen brennt nämlich ganz furchtbar. Übersäuert, die ersten Symptome des Prüfungsstress. Der Verzicht von Alkohol und Nikotin klappt primstens (als luschiger Gelegenheitsraucher ist da auch nicht viel Suchtpotential vorhanden). Kaffee hingegen habe ich vermisst. Ging ich in ein Café und wollte aus Gewohnheit irgendein Koffeingetränk an der Theke bestellen, stockte mitten beim Bestellen der ganze Vorgang und schuldbwußt fing ich an die Kräuterteees auf der Speisekarte zu studieren. Zum Unwillen der hinter mir ungeduldig wartenden Schlange. Es ist eine Zeit, in der man Teees
wieder zu schätzen lernt, irgendein heisses Ersatzgetränk
brauche
ich einfach. Kräutertees und Grüner Tee sind ja auch was
feines. Aber der Geruch frischgemahlenen Kaffees, der aromatische Duft
beim Kaffee kochen, all das fehlte. Ich hab auch das Gefühl, dass
Kaffee mehr
Substanz als Tee hat (vielleicht liegt das auch daran, dass ich
ihn
stets mit Milch und gesüsst trinke), fast schon wie eine kleine
Mahlzeit.
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| 27.11.03 unheil im doppelpack so im großen und ganzen
bin ich ja überzeugt, dass es mir so ganz gut geht. ich bin
gesund. ich verdien nicht viel, aber es reicht irgendwie. ich lebe in
einer großstadt, ohne zu vereinsamen und habe zudem all die
möglichkeiten, die sich durch das leben in einer solchen stadt
bieten, zur freien verfügung. manchmal trüben wohl kleine
sorgen das gemüt, aber sonst kann man kaum meckern.
schade, dass mir das immer erst
dann auffällt, wenn es woanders mal nicht so glatt und wie nach
wunschplan läuft. wenn was passiert, häufen sich solche
ereignisse gleich auch noch. so ist die eine tante gerade in
chemo-behandlung (und keiner weiss genaues, top-secret sozusagen) und
die allerliebste schwiegermutter meiner schwester liegt heute in der
op, weil das herz nicht mehr so recht will. alles ganz plötzlich,
irgendwie bahnte es sich wohl schon länger an, aber gerade jetzt
wird es ernst. so richtig ernst.
nachtrag: die herzklappe bröselte während der op quasi auseinander. zwei stücke vene vom bein wurden woanders, wo sich das blut vor verkalkung fast gänzlich staute, hingesetzt. bis dahin schwierig, aber erstmal überstanden. daumen drücken! |
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| 20.11.03 LOG SPAM! besuch. auch bei mir in den logs. doch was das genau ist, kann man besser gleich dort nachlesen: http://www.wired.com/news/culture/0,1284,56017,00.html http://babble.the-protagonist.com/index.php?showtopic=5394 |
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| 13.11.03 Die Gedanken kreisen in meinem Kopf um mich herum und mitten durch mich durch. |
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Bahnhofsviertel
Ist Frankfurt Großstadt
oder nicht? Die Frage interessiert mich gar nicht! Man sucht sich hier
einen Ort zum Leben und entweder schafft man sich dann ein
kleinstädtisches Umfeld oder man lebt sein anonymes
Großstadtleben. Diese Entscheidung liegt bei einem selbst und
nicht an der Wahl Frankfurts als Wohnort!
Bei einem Stadtviertel stellt
sich für mich diese Frage nicht mehr. Es trägt so stark die
Züge einer Großstadt und ist auch aus keiner anderen
Großstadt wegzudenken. Der Rotlichtdistrikt, das Frankfurter
Bahnhofsviertel. Dieses Viertel wird von den Frankfurtern selbst
zwiespältig betrachtet. Für manche ist es ein sozialer
Brennpunkt, Fluchareal für Prostituierte und Junkies. Andere
prognostizieren hier eine glanzvolle Zukunft: Prachtboulevards zum
Bankenviertel, dessen Hochhäuser in ihrer sterilen Vollkommenheit,
jetzt schon Grundstück für Grundstück, des
Bahnhofsviertels umklammern. Dazwischen liegen ein paar
Straßenzüge in denen Klischees gelebt werden und sich
gleichzeitig das normale Leben abspielt, und täglich manch
Unerwartetes passiert.
Nach Urin stinkende
Hauseingänge, glamouröse Topless-Bars, neben billigen
Absteigen, ein schicker Thai, sowie das Klischeebild eines irischen
Pubs, verfallene Wohnungen, aufwendig restaurierte Altbauten, indische
Sari-Geschäfte, persische Lebensmittelhändler, Theater,
kleine Bars und betrunkene Penner. Mittendrin ein kleines Paradies, ein
Dachgarten, 50 Meter über der Straße, mit liebevoll
aufgereihten Bonsaibäumen.
Als man es mir angeboten hat,
dort zu wohnen, habe ich es abgelehnt. Aber ich denke oft daran, wie es
gewesen wäre, so mitten im Leben und mit Blick auf den
Bonsai-Garten...
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| 10.11.03 bin genervt !!! |
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| 07.11.03 Gestern im GOTO: QYPTHONE Allerfeinst!
Eine Band: Die dreiköpfige Formation aus Tokyo: Takeshi Nakatsuka, Izumi Ookawara & Kentaroh Ishigaki. Sie: Rotes Minikleid mit schwarzer Hose, oben eine weisse Schirmmütze. Die Jungs: Ganz in Schwarz, Hornbrillen. Dazu Verrenkungen, Mimik, wie man sie aus Filmen aus den 60ern kennt. Wenn die Jungs in ihrer gekrümmten, fast verkrampften Haltung vor der Elektronik werkeln, denkt man unweigerlich an Mr. Spock oder Tschechow, wie sie an Bord der Enterprise konzentriert irgendwelche Daten eingeben. Und hätte dann dieser lustige Japanische Pop angegfangen zu tönen, keine Wette, auch Spock und Tschechow hätten angefangen mitzutanzen. Denn nicht nur die Sängerin hüpfte wie ein Häschen, winkte, lachte, strahlte, swingte, nein, Unterstützung gab es zeitweise von hinten, wenn sich einer der Jungs von der Elektronik löste und mitgroovte. |
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| 03.11.03 Aqua Alta Wasser von unten und von oben.
Der ständige Nieselregen, der den Wasserspiegel Stunde für
Stunde zentimeterweise steigen lässt. Überflutete Wege
entlang von Kanälen, metallene Tüschwellen, die das Wasser
abwehren sollen, in Folien verpackte Touristen und gleichmütige
Venezianer, die
mit Schirm und Gummistiefeln durch das allegegenwärtige Nass
wandern.
Venedig bei Hochwasser. |