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September-Notizen

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25.09.03
Krimi-Recherche

Statt brav Magisterarbeit zu schreiben, grübel ich zur Zeit darüber nach, wie man eine Kriminalgeschichte schreiben könnte. Das ist gar nicht so einfach. Und deswegen hab ich mir fachkundigen Rat auf der BKA-Homepage geholt. Dabei bin ich auf die Presseticker diverser Polizeidienststellen gestossen und lese jetzt regelmässig, was wo wie für absurde und brutaleVerbrechen passieren.

Fast wie der Museumswächter  im Kommunikationsmuseum, der täglich berichtet, welche Einsätze die Feuerwehr Frankfurt gefahren ist: "Im Mainz ist gestern das Gebäude des OBI-Marktes eingestürzt".
So geht das. Und stärkt dies unser Vertrauen in die Produkte dieses Heimwerkermarktes?

Egal. Zurück zur Kriminal-Recherche. Anscheinend ist der Diebstahl von Madonnen-Figuren gerade "IN". So geschehen in Luxemburg und auch in Frankfurt. Jetzt wird nach denen gefahndet. Während jedoch in Frankfurt nach dem Täter gesucht wird, hat sich wohl die Luxemburger Polizei stärker das Ziel gesetzt, nach der "Muttergottes zu fahnden.

Luxenburg >>> Vielleicht hat ja irgendjemand diese "Dame" gesehen: 
"Grösse: zirka 1,80 Meter; Sockel: blaue Wolke; Farbe der Kleidung: weiss mit goldener Randverzierung; Gesicht und Hände: rosa; Krone ist ebenfalls goldfarbig. Auffallend ist, dass ein Auge eingedrückt ist (Beschädigung)."

Frankfurt/ 
Gallusviertel >>>  Diebstahl einer Madonna:
"Laut einer Anzeige wurden - vermutlich in der 36. Woche - aus der Kirche der Gemeinde „Maria Hilf“ in der Rebstöcker Straße eine hölzerne Madonna und eine Bibel entwendet. Die Statue stand auf einem Steinsockel links vom Altar. Die in Leder gebundene Bibel lag auf einem Podest daneben.
Jetzt meldete sich bei der Polizei ein Zeuge der am 03. September 2003 gegen 17.40 Uhr einen  Mann beobachtete, der eine „Madonnenfigur mit Christuskind und eine Bibel mit Metallkreuz“ bei sich trug. Der Unbekannte war stark alkoholisiert und stieg zur genannten Zeit an der Haltestelle Nibelungenallee/Deutsche Bibliothek in den ersten Wagen der U 5. Dort setzte er sich auf einen Einzelsitz. Der Mann mit der Madonna war 25 - 35 Jahre alt, etwa 170 cm groß, hatte blondes Haar mit einer „Tolle“, trug Blue Jeans und ein hellblaues Hemd."







19.09.03

Gestern war ich mal wieder daheim und hab dort alte Kinderfotos von mir abgeholt. Vor kurzem ist mir nämlich aufgefallen, dass meine Mutter diese Fotos bei sich gebunkert hat.

Heute geh ich auf die Widerstands-Seite, um zu schauen, ob diese aktualisiert ist und als ich so mein Foto seh, kommt mir doch irgendwas sehr bekannt daran vor. So einen Gesichtsausdruck hatte ich doch gerade erst gesehen. Nur wo? Grübel, grübel. Ach ja die Kinderfotos...

Nächster Termin der kleinen Vorlesebühne:
franKFUrter schule, 29.9.03, ab 21 Uhr









11.09.03
eintracht-kickers


Ich weiß, die Schlacht ist längst geschlagen, das kommt jetzt etwas spät, aber wenn jemand so schön über das Offenbacher-Frankfurter Vehältnis schreibt, möchte ich dies doch noch nachträglich würdigen.

In der FR vom 01.09.03:
Lob der Deppen
Was steckt hinter der Abneigung, die Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach verbindet? Das Endspiel '59? Kaum. Das Verhältnis zwischen der früheren Reichsstadt - kaiserlicher Krönungsort, Messestadt von Rang, Hort des Bürgerstolzes, Sitz der Hochfinanz - und der einst von Fabrikarbeit geprägten Nachbarkommune ist von jeher mies. Ein Erklärungsversuch.
Von Stefan Behr

Deppen hat jede Stadt. Das ist keine Kunst. Eine echte Stadt braucht Feinde.
Die Deppen, das sind meistens die Menschen aus dem Umland. Die abends in die Stadt kommen, den Einheimischen die Parkplätze stehlen und zum Zechen verbotene Orte aufsuchen, die kein Ortskundiger je betreten würde, etwa Frankfurt-Sachsenhausen oder die Kölner Altstadt. Über diese Leute ärgert sich der Städter - vermutlich auch deshalb, weil er noch nicht genug Geld auf die hohe Kante gelegt hat, um ins schöne Umland zu ziehen.

Vermutlich hatte auch Athen, die Mutter aller Metropolen, ihre Deppen. Etwa die Griechen aus dem Umland, die staunend an der Akropolis herumlungerten und in den Speisekarten der übelsten Tavernen des Stadtstaates nach dem berühmten "Scherbengericht" suchten.
Die Athener hatten aber auch Feinde. Das waren die Spartaner - spaßfreie Gesellen, die sich gern von Blutsuppe ernährten und ihre Erfüllung in Mord und Totschlag fanden.  ...

Womit wir beim Verhältnis Frankfurt - Offenbach wären. Beide irgendwie Griechen, genauer gesagt Hessen, und dennoch grundverschieden. Offenbach, die ehrliche Arbeiterstadt. Der arme Nachbar, der sich seit Jahrzehnten erfolgreich gegen eine Eingemeindung wehrt, die skrupellose Politiker in ereignisarmen Sommermonaten immer wieder aus der Mottenkiste kramen. Dessen Innenstadt von marodierenden Architekten so erbärmlich schlecht wieder aufgebaut wurde, dass einen der Menschheit ganzer Jammer anfasst. Offenbach: Sparta.
Und dann Frankfurt. Stadt des Geistes, Kreißsaal der Neuen und Alten Frankfurter Schule, Sponti-Hochburg, Goethestadt. Stadt des Geldes, Dorado der Schlipsträger. Wo der Speierling-Bembel den Schierlings-Becher ersetzt. Frankfurt: Athen.
...
Der Hass sitzt tief. Keine Gelegenheit, dem Nachbarn ordentlich einzuschenken, bleibt ungenutzt. "Frankfurt Helau, Offebach Pfui", kalauert sich der Frankfurter durch die am Main gänzlich humorfreie fünfte Jahreszeit. Und vor wenigen Jahrzehnten, als die Straßen der Frankfurter Seite der gemeinsamen Stadtgrenze von Schlaglöchern nur so wimmelten, log die Offenbacher Stadtverwaltung auf Schildern frech: "Sie verlassen jetzt ein intaktes Stadtgebiet." ...

"Die Gegenwart ist das Resultat der Vergangenheit", philosophierte unlängst Waldemar Klein, Ehrenpräsident der Offenbacher Kickers. Und die Vergangenheit war aus Offenbacher Sicht eine stete Folge von Erniedrigungen durch Frankfurt. Niemand registriert dort, dass in Offenbach immer mehr Oasen der Beschaulichkeit entstehen. Frankfurt, mittlerweile ebenso klamm wie alle anderen Kommunen, weigert sich beharrlich, die weltweit unter dem Namen "Offenbacher Modell" bekannte Finanzsanierung zur Kenntnis zu nehmen. Der gemeine Frankfurter lacht über Offenbach und sein Ledermuseum, er hat ja schließlich seine hochkulturelle Schirn, die er aber trotzdem nie besucht, weil er seine Zeit lieber beim Ebbelwei verbembelt und gegen die Nachbarn stänkert.

Dennoch: Die Grenzen verschwimmen. Immer mehr Frankfurter flüchten vor den durch Banker verdorbenen Mieten ins Feindesland. Und stellen fest, dass auch dort Menschen wohnen. Die genauso knarzig, ungeschlacht, kurz: ebenso "schlächd" sind wie sie selber. Hessen halt. Schlagen sich, vertragen sich. Heute schlagen sie sich mal wieder. Aber tief in sich drin weiß jeder Offenbacher, dass er Frankfurt braucht. Denn selbstverständlich hat auch Offenbach seine Deppen. Die Menschen aus dem Umland. Die am Wilhelmsplatz den Einheimischen die freien Tische besetzen und sich die Innenstadt angucken. Aber das ist ja keine Kunst. Eine echte Stadt braucht Feinde. Und deshalb wäre Offenbach, so ungern man das zugibt, ohne Frankfurt gar keine richtige Stadt.








09.09.03
Merkwürdige Gestalten


Konzerte im Cookys sind schon extrem merkwürdig. Wenn nicht sowieso schon allerhand absurde Gestalten bei den Konzerten auftauchen, dann wird es spätestens zum Ende des Konzerts höchst skurril.
Ein 50-jähriger Ringelstreif-Polohemdträger (die Richtung gealterter Belmondo), der zu Live-Hardcore-Hiphop auf die Tanzfläche kommt und das komplette "give me five"-Prozedere mit den Mc's abzieht. An der Bar sitzen aufgehübschte Sachbearbeiterinnen. Das nylonbestrumpfte Bein elegant über das andere gelegt, gerade so, dass der Minrock richtig sitzt, also viel zeigt, aber nicht zuviel. Im Hintergrund Männer im Anzug. Und ja, dann noch grölende Hiphop-Kids. Der spärliche Rest hatte sich wahrscheinlich über Gästelistenplätze in das Konzert verirrt.
Wenn es interessiert: "Grand Buffet" + "Cex" waren das Musikprogramm, aber eigentlich unwichtig (obwohl gar nicht schlecht), schliesslich war ich auch nur ein "+1" auf der Liste und eher zufällig dort gewesen..

PS: Wer die Doku "Golden Lemons" gesehen haben mag, dem wird "Grand Buffet" nicht ganz unbekannt sein.







08.09.03
Zurück

Ohne Ostsee. Dafür länger in Berlin. Dann leider eine Panne auf dem Rückweg. Jetzt wieder daheim.

Mal so kurz angerissen, in Stichworten:

-Übernachtung auf einer unheimlichen Raststätte vor Leipzig
-der gigantomane Hauptbahnhof Leipzigs
-Vibrationen einer chinesischen Klangschüssel
-Ostdeutsche Alleenstrassen
-Plattenbauten bei Bitterfeld
-Bauhaus-Viertel in Dessau
-Bauhaus und Meisterhäuser
-Riesiger Park Sanssouci in Potsdam
-Die Nacht am Sportplatz der Uni Potsdam im VW Bus (beim Neuen Palais Sanssouci)
-Ankunft in Berlin
-Sozialistische Ehrenbekundung im Treptower Park
-Kaffeetrinken mit Jim Avignon in einem Café ohne Namen nahe der Kastanienallee. Dabei wertvolle Feier- und Konsum-Tipps abgesahnt.
-Einlass in (Zitat) "den angsagtesten Club Berlins" (höhö! naja): Ins Rio in der Chausseestrasse. Dort Treffen mit Frankfurter Exilanten.
-Benutzung von einem der "Haltestellen"-Friseurläden. Dabei sieht der Friseur aus, wie ein Klon von Marylin Manson.
-Konsumrausch am Prenzlauer Berg (Tipp: Hasipop und hit-in.tv)
-Der Kultur-Gang zur Museums-Insel
-Hinterhof-Gucken in Berlin Mitte, dabei Kurzaufenthalt bei einem Kinder- und Kulturfest mit Musikeinlage der Berliner Kleszmer-Initiative, später Verschnaufspause in irgendeinem netten Café in irgendeinem netten Hinterhof.
-Menschentraube vor einem Fernseher auf der Kastanienallee. Lachsalven. Ich dachte schon, dass wär so ein Live-Comedy-Waschsalon oder so. Aber, denkste: Rudi Völler tobt im Fernsehen. Die Leute vor dem Fernseher toben auch, vor Lachen.
-Traum: Einen Stop an einem idyllischen Brandenburger See.
-Realität: Ich tanke an der letzten Tankstelle vor der Autobahn Benzin. Wir fahren leider einen Diesel. Begegnung mit dem netten Stefan vom ADAC.
-Autowerkstatt. Zwangs-Wellness-Aufenthalt in einem Ödnis-Industriegebiet im Bezirk Spreewald.
-In den Wald auf der Suche nach Natur. Sie wurde gefunden, inklusive Ameisenhügel und Mistkäfern.
-Ab nach Haus. Quer durchs Havelland, über Kassel zurück.

fotos



Leipzig




Dessau




Berlin





02.09.03
Auf ostdeutschen Landstrassen unterwegs


So, heute geht es dann los. Drei abenteuerlustige junge Frauen, ein VW-Bus und eine DV-Kamera, immer Richtung Osten, unterwegs im Hinterland, stets die Landtrasse entlang.
Freitag wollen wir in Berlin sein und wenn es klappt noch hoch bis zur Ostsee kommen und Sonntag Nacht geht es dann auch schon wieder zurück nach Rhein-Main.
Dabei soll der regionalen Küche vor Ort und dem Singen altbekannter Mundorgel-Lieder gefrönt werden, fast als Aufarbeitung längst vergangener Jugendfahrten.

Ich sag nur: "Freundschaft"! Vier Tage Osten in genauer Beobachtung.






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