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Netzwerk
Offenbach
(Kunstansichten,
Fahrradhalle, etc.)
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| Peter Mutschler, Peyman Rahimi und Ralf Hübner Fahhradhalle/Portikussi/Galerie Hühsam Ein Spaziergang entlang junger
Kunst sollte man sich derzeit erlauben. Und zwar zwischen Frankfurter
Straße und Luisenstraße kann man sich gleich drei
Ausstellungen auf einen
Schlag anschauen. Angefangen in der Fahrradhalle. Dort hängen und
stehen
Schneidearbeiten von Peter Mutschler. “Lichtpausen” nennt er diese.
Entlang
der Wand hängen gerahmte Scherenschnitte. Allerdings in
Negativform,
so ist nur der äußere Rand, der Steg belassen und in der
Mitte
sind verschiedene Formen und Figuren herausgeschnitten. Nicht eine
genau
identifizierbare Figuration, sondern Schichten, so dass man am Rand nur
noch
raten kann, was denn da zu sehen ist. Da scheinen Beine rauszuragen,
ein
Stuhl, eine Eule. Sie zeigen sich nicht klar abgegrenzt. Es sind
collagierte
Geschichten, die durch ihre “Nichtpräsenz” Raum zum Imaginieren
lassen.
Am Boden sind als Skulptur Spanplatten aufeinandergeschichtet, meist
sind
es nur zwei Platten. Gleich Laubsägearbeiten bei denen die Mitte
verloren
ging und nur der Rahmen erhalten ist, liegen sie der Länge des
Raums
entlang.
Ein Stock tiefer im kleineren
Portikussi ist der Raum vom Städelstudent Peyman Rahimi gestaltet
worden. Rahimi, 1977 in Teheran geboren, lebt seit 1999 in Frankfurt.
Das “Zwischen den
Kulturen-Sein“, bestimmt sein künstlerisches Arbeiten. Mittelpunkt
der Raumgestaltung sind die Siebdrucke, die entweder auf profanen
Material,
wie Stoff-Einkaufstaschen oder klassisch auf Leinwand aufgebracht sind,
stets im Kontrast zu orientalischen Stoffmustern. Sie zeigen
Schwarz-Weiß-Fotografien
aus den Tagen der Iranischen Revolution: Soldaten, Demonstrierende,
Maschinengewehre,
verschleierte Frauen. Iranische Klischees und gleichzeitig gelebte
Geschichte.
Blickfang ist sicherlich die eingezogenen Wand auf die man frontal
stößt, wenn man das Portikussi betritt. Mit filigranen
Muster auf metallik-brauner Glanztapete hängt mittig ein schwarze
Rahmen, der jedoch leer bleibt. Es gibt eine Konzentration auf den
Rahmen, dem das Foto fehlt und dadurch stets mitgedacht wird.
Islamisches Bilderverbot im Spannungsfeld zur Repräsentation
politischer Agitatoren oder Platz für ganz private Bilder?
Man flaniert fort von der
Fahrradhalle hin zur Galerie Hühsam. Dort begegnet man dem Motiv
des Scherenschnitts wieder. Ralf Hübners Ölmalereien
hängen dort in den Räumen. “Driftwood Elegies” heißen
die schwarzen Schattenrisse von Blumen,
Bäumen, Natur. Wachsschichten sind auf die Leinwand aufgetragen,
darüber
schwarze Ölfarbe, es duftet noch danach. Das Wachs wurde dann
vorsichtig
entfernt, so dass schwarze Stege stehen blieben, fast fotografische
Kompositionen. Als blicke man gen Himmel in das Geäst eines
Baumes, diffuses Blätterwerk, Blumenranken. Sehr ästhetisch,
am stärksten dort, wo die Formen freier, abstrakter werden,
überall anders immer noch schön. Fast zu schön.
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| Margarete
Zahn und
Frank Bubenzer Fahrradhalle/Portikussi In der Fahrradhalle gab es dieses
Wochenende zwei Ausstellungseröfffnungen zur gleichen Zeit. Oben
wurden Margarete Zahn “Andreaskreuze” gezeigt, zu denen Frank Mussmann,
Direktor der Hochschule für Gestaltung (HfG), die
Eröffnungsansprache hielt. Unten, nur eine Etage tiefer im
Portikussi, hing die Ausstellung “Fotoshop für
Arme” von Frank Bubenzer.
Beide Künstler eint, dass sie
einstmals Studenten der HfG waren. Doch während Bubenzer
mittlerweile in Berlin wohnt, hat es Margarete Zahn zuerst einmal ans
Städel gezogen, wo sie Malerei studierte. Nun hat sie in Offenbach
ihr Atelier und zwar in dem
Komplex hinter der Fahrradhalle. So liegt eine Ausstellung hier recht
nah.
Zeitgleich sind großformatige Arbeiten von ihr im Frankfurter
Karmeliterkloster ausgestellt. Im Kreuzgang hängen dort ihre
Kreuze.
Diese Kreuze finden sich auch an den Wänden der Fahrradhalle wieder. Nicht irgendwelche Kreuze, sondern besonders die Andreaskreuze haben es ihr angetan. Die Arbeiten sind eine Mischung zwischen Malerei und Skulptur. Sie zeigen (natürlich) Kreuze, meist aus Metall, welche mit Holzbalken unterlegt sind, so dass die Arbeiten Volumen in den Raum bekommen. Das Metall schimmert in Grün- und Goldtönen. Da diese mit Säuren bearbeitet wurden, ist die Colorierung noch nicht abgeschlossen, sondern das Metall arbeitet, teilweise rostet es durch, ergänzt durch eine Farbgestaltung, die manchmal an Grünspahn erinnert. Die künstlerischen Ausgangspunkte von Zahn liegen in der Ikonenmalerei und dem ägyptischen Mumienporträt. Über Abstraktionen gelangte die Künstlerin zu der Form des Kreuzes. Und dieses Kreuz ist ihr wortwörtlich zum Kreuz geworden, denn “immer wieder werde dieses verlangt“, so die Künstlerin, obwohl sie selber gerade verstärkt kleinformatig in Gips, jedoch weiter in Gold- und Grüntönen arbeitet. Die Arbeiten Frank Bubenzers
könnten kaum unterschiedlicher zu der oben gezeigten Ausstellung
sein. Wenn man
sagen würde, dass es bei den “Andreaskreuzen” um Kontemplation und
Tiefe geht, so zeigt “Fotoshop für Arme” die ironische Bearbeitung
von Oberflächen. Und zwar derer von Werbung und Medien.
Papiercollagen hängen an den Wänden. Doch fällt dies auf den ersten Blick nicht auf, so sorgfältig sind sie gearbeitet. Bubenzer hat sich Umsonst-Stadtillustrierten bedient, sich dort eine Werbeseite vorgenommen und diese nach eigenem Gutdünken umgestaltet und zwar nicht am Computer, sondern indem er aus winzigsten Seitenschnipseln ein neues Bild zusammenklebt. Wie die Stempel-Funktion, die man von Photoshop kennt, allerdings nun alles per Hand und mit Leim. Im Schnitt hat er so aus 20 Original-Werbungen eine seiner Collagen gemacht. Da wurden z.B bei einer H&M Anzeige all die schönen Menschen entfernt. Es bleibt nur Wiese und eine Choreographie verlassener Schlafsäcke zurück. Oder eine Werbung einer Versicherungsgesellschaft, die ein Ledersofa mit Zielgruppe zeigt (glückliche Menschen zwischen 5-95), wurde genau von dieser befreit. Zu sehen ist nun das Sofa, so wie der Werbefotograf es wohl vorgefunden hatte, bevor all die Modells kamen und zur "glücklichen Zielgruppe" wurden. Zusätzlich läuft ein
Zusammenschnitt von Videoarbeiten Bubenzers der letzten 10 Jahre, wobei
besonders seiner neuesten Arbeit vom März 2003 Aufmerksamkeit
geschenkt werden sollte. Sie heißt "Die Stille in einer Stunde
CNN". Es ist ein etwa 5min. Film, der all die Momente ohne gesprochenen
Tons aus einer Stunde CNN zeigt. Zu sehen sind die
aneinandergeschnittenen Atempausen der Journalisten und Moderatoren,
welche einen merkwürdigen Zeitraffer-Effekt ergeben. Diese Stille
tönt und das wirkt irritierend erstickend.
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| Art
Frankfurt: Netzwerk Offenbach "Vernetzung" ist das Stichwort
für das Netzwerk Offenbach. Dieses ist nämlich ein
Zusammenschluss, der
es Künstlern und Designkollektiven ermöglicht, die Kunstmesse
„art Frankfurt“ selbstständig als Plattform zu nutzen. Das ist
natürlich auch ein Aushängeschild für Offenbach, das
kann man gleich deutlich erkennen, so sind hinter dem Infotisch des
Ausstellungsraumes lauter Logos von Offenbacher Firmen auf
Lichtwürfel gesetzt, sozusagen ein weiterer Verbund, der das
Netzwerk Offenbach stützt.
Im Vordergrund steht allerdings
die
Kunst. Es ist der Verbund einer kommerziellen Galerie, wie der von
Thomas
Hühsam und nichtinstitutionellen Ausstellungsräumen, wie der
Fahrradhalle, Studio Moschee und Portikussi des Oliver Raszewskis und
ihnen schon länger verbundenen Künstlern und Projektgruppen.
Dabei ist als eine der Basen für dieses Netzwerk bestimmt die
Hochschule für Gestaltung zu nennen, wo manche der ausstellenden
Künstler einst gemeinsam studierten. Aber es stellen in diesen
Rahmen ebenso Künstler mit einem völlig anderen Background
aus. Alle sind sie Teil dieses Netzes und können somit viele sehr
unterschiedliche künstlerische Positionen abdecken. Dieses
Netzwerk bietet somit einen Freiraum, um sich gemeinsam auf dem
Kunstmarkt zu etablieren.
Dadurch ist es auch möglich,
dass die Ausstellungskoje sehr geräumig wurde und nicht
gedrängt mit kleinformatigen Kunstwerken überhäuft ist,
wie teilweise anderenorts zu sehen. Fast wie in einem Museum sind die
Bilder gehängt. Man vergisst beinahe, dass der eigentliche Zweck
des Ganzen doch der Kunsthandel ist.
Denn alles was dort hängt, kann natürlich gekauft werden. Wem
die
ausgestellten Arbeiten aber zu großformatig oder zu kostspielig
sind,
auch für diesen Kunden lässt sich beim Netzwerk Offenbach
eine
Lösung finden. Verborgen hinter Wänden gibt einen Lagerraum
mit
Arbeiten im kompakten Maß zu 21 x 21 cm. Das sind Arbeiten im
Holzrahmen,
wie sie schon mehrmals in der Fahrradhalle ausgestellt waren, die wohl
auf
der Messe nicht hängen, aber dennoch bei Anfrage gezeigt und
erworben
werden können.
Und im Gegensatz zu den meisten
Galeriekojen, die fast nur Malerei oder Fotografie zeigen, gibt es hier
Platz für zwei Neue Medien-Projekte, die zwischen angewandter und
freier Kunst schwingen. Meso und Stardax (Saasfee) arbeiten einerseits
als kommerzielle Designbüros, allerdings beeinflussten die
Entwicklungen für diese Aufträge auch wieder die freien
Arbeiten, solche, wie sie beim Netzwerk Offenbach präsentiert
werden. Einzig schade, dass die Arbeiten etwas versteckt liegen. Beim
Vorbeischlendern sind sie nicht zu entdecken, da muss schon richtig
rein und um die Architektur in der Mitte des Raums herumgehen, dort
entdeckt man im Dunkel die Computer-Bildschirme von Meso und den
langgestreckten spacigen Lichtkasten von Stardax.
Vorne, präsent im Raum,
hängen Arbeiten für die Wand. Malerei, so die poppige
Portrait-Serie von Kaya Theiss, ein filigranes übergroßes
Scherenschnittherz („Black
Heart“) von Charlotte Mac Gowan-Griffin oder die bestickten
Filzgründe
von Silke Andrea Schmidt. Und außen zum Gang hin, sind die
Malereien
von Antonio Marra. Die nur mit Farbe und Struktur arbeiten. Bunte und
schwarze-weiße Muster überlagern einander, die Farben
flimmern vor dem Auge, je nachdem aus welcher Blickrichtung man auf die
Arbeiten schaut.
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| Rundgang
der Kunstansichten Wohin? Das ist die Qual der Wahl
bei den Offenbacher Kunstansichten. Bei 55 Ausstellungsorten,
fällt es
schwer sich zu entscheiden, wo man anfangen soll. Reicht doch das
Angebot
von Museum bis Club, Galerie bis Garage.
Vielleicht eine thematische Wahl, z.B. "Floral": Dann beginnt der Rundgang mit "Blumenbildern" in der Galerie Luise Reinsberg, "flowers" in der Fahrradhalle und Rosen bei "Rosecraft" im Atelier Hartung. "Neueste Rosen" füllen das Hinterhaus der Künstlerin Sabine Hartung in der Friedrichstrasse und wandeln es zum "Rosengarten". Die HfG-Absolventin malt seit 13 Jahren ausschließlich Rosen und all ihre Kunstprojekte haben die Blume zum Inhalt. Mittelformatige Malereien auf Leinwand, gefüllt mit überdimensionierten Rosen, ob rot, weiß oder violett. Alle sind sie groß, körperbetont und wunderbar kitschig. Beim Blick durchs Atelierhaus wird man weiter fündig, zwei Rehkitze aus Holz stehen im Treppenhaus und ein kleiner Taschen-Plattenspieler steht bereit, umbaut von Singles der 60er und 70er Jahre, alles Schlager, welche die Rose besingen. Nächste Station ist die Galerie Hühsam in der Frankfurter Strasse. Diesmal keine Blumen, sondern ornamental filigrane Scherenschnitte. Eintritt zur Ausstellung "The Moon Rose Twice That Night" der britischen Künstlerin Charlotte Mac Gowan-Griffin. Die Papierarbeiten wirken auf den ersten Blick vordringlich "hübsch". Sieht man genau hin, verändert sich Motiv jedoch ins Unheimliche. Das Gitter des Hintergrunds zeigt keine floralen Ranken, es baut sich aus Scheren, Sägen und Ketten zusammen. Mitten hinein sind Abbildungen von je zwei Menschen aus schwarzem Tonpapier gesetzt. Sie ähneln siamesischen Zwillingen, die in der Mitte des Körpers miteinander verwachsen zu sein scheinen. Der Schrecken im Schönen. Galerist Thomas Hühsam, der zusammen mit dem Künstler Oliver Raszewski die "Offenbacher Kunstansichten" ins Leben gerufen hat, erzählt von den unterschiedlichen Leuten, die während der Kunstansichten vorbeikamen. Positiv überraschte Offenbacher, die sonst nie in seine Galerie gefunden hätten, aber auch das Stamm-Publikum, welches jedes Jahr wiederkommt. Hühsam ist sehr zufrieden mit den etwa 10.000 Besuchern, die in der vergangenen Woche die Kunstansichten aufsuchten. Erstaunt zeigt er sich nur von dem hohen Zugriff auf die Website, 55.000 Besucher im Netz weltweit, allein 1000 aus der USA. Doch weiter geht es zum nächsten Kunstraum. Gleich um die Ecke, in der Luisenstrasse, kann man in einem Hinterhof drei ausstellende Ateliers besuchen. Das Büro Gabriele Juvan zeigt eine Endpräsentation der sommerlichen Kunstaktion "Ein Dach für Offenbach", im Atelier "Kunststück" stellen die Malerinnen Monica Knipp und Erika Dombrowski ihre Bilder in Werksatmosphäre aus. Und der kleine Raum der "Luise 63" ist randvoll gefüllt mit Arbeiten des "Memoriakabinetts" von Perta Mühl, welche persönliche Erinnerungsstücke zu einem musealen Archiv aufgebaut hat. Ein Ruhepause vom Bilderschauen gibt es im OFKunstraum in der Wilhelmstrasse. Der OFK veranstaltet ein "Internationales Performance Festival". Etwa 100 Besucher sind dort, stehen in Grüppchen im Hof und plaudern. Sie warten gespannt auf die Performance des Nürnbergers Harri Schemm, der dritten von insgesamt fünf an diesem Abend. Der Performance folgt die letzte Station des Abends. Am Ende der Frankfurter Strasse, nah beim Wetterdienst, geht es zum Besuch der Installation "B 8". Mit "B 8" ist die Bundestrasse gemeint, die Deutschland von Nord nach Süd durchzieht. Zwei Wahl-Offenbacher filmten die Autofahrt zurück zur ihren Heimatorten. So fuhren die Künstler "Horst ReKords" nach Passau und "Elvin Dust" nach Oberhausen. Die beiden Filme werden nun in einer Garage gezeigt, zusammen mit einer Rauminstallation. Diese erlaubt dem Besucher in einem zerlegten Autointerieur Platz zu nehmen. Zwei Sitzen vorne, die Rückbank dahinter, beim Fahrersitz das Lenkrad. An der Garagenwand läuft die Großprojektion der Autofahrt, fast wie in einem Fahrsimulator. Nach den Heimfahrten auf der inszenierten B8, wird es Zeit für die wirkliche Heimfahrt. Schon jetzt kann man gespannt sein, welche Entwicklung die Offenbacher Kunstlandschaft im kommenden Jahr nehmen wird. |
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| Kunstansichten
Orte: Die Fahrradhalle "Blumen schenken heißt, sich
der Schönheit bedienen, um Brücken zwischen den Herzen der
Menschen zu schlagen", so ein Text aus der Ausstellung "flowers" in der
"Fahrradhalle" im Rahmen der "Offenbacher Kunstansichten. Für zehn
Künstler standen je zwölf Rahmen à 21 x 21 cm zum
Thema "flowers" zur Verfügung. Die dabei entstandenen
hundertzwanzig Kunstwerke können nun direkt
vor Ort im Ausstellungsraum erworben werden. Schon einen Tag nach der
Eröffnung der Ausstellung hingen sieben rote
Verkauft-Pünktchen neben einzelnen Arbeiten und eine Serie mit 12
Bildern ist zudem komplett verkauft.
Den Ausstellungsraum Fahrradhalle
gibt es seit 1994. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich ausgehend von
Studenten
und Absolventen der Hochschule für Gestaltung in Offenbach durch
diverse Projekt- und Ausstellungstätigkeiten eine
eigenständige Kunst-
und Vermittlungsszene entwickelt. Der Künstler Oliver Raszewski
ist
Mitbegründer und Mitglied der Fahrradhalle und zusammen mit
dem
Ausstellungsmacher Thomas Hühsam sind sie die Initiatoren der
"Offenbacher
Kunstansichten". Die dabei entstanden Kontakte zu Künstlern der
Stadt
und Region wurden offiziell unter dem Namen "Netzwerk Offenbach"
zusammengefaßt.
"Netzwerk Offenbach" präsentiert nun in der Ausstellung zehn
Künstler
oder Künstlergruppen: Antonio Marra, Christof Kohlhöfer,
e-sisters,
Florian Jenett, Michel Sperlich, meso, Oliver Raszewski, Silke Andrea
Schmidt,
StarDax und Kaya Theiss. Alle haben einen Bezug zu Offenbach, die
Spannbreite
reicht vom Beuys-Schüler bis zum Design-Labor.
Antonio Marra, 1959 bei Neapel
geboren, studierte dort an der Accademia de belle Arti. Heute hat er
sein Atelier
in Offenbach. "flowers" stellte ihn vor ein Problem, da es ihm zuerst
schwer schien seine sich erarbeitete Malerei auf die 12 Rahmen zu
übertragen. Bis ihm der Gedanke kam, dass bei einer
Blumenfotografie das Motiv beim
Nahzoomen in viereckige Pixel zerfällt. Die Abstraktion der Pixel
bot
ihm die künstlerische Umsetzung zu "flowers". Dementsprechend sind
die
12 Rahmen mit zum Teil kreischend bunten Rechtecken gefüllt, die
auf
ihre eigene Weise Blumen zeigen.
Die e-sisters, namentlich Katja
Kirchhoff, Saira Hussain, Katja Mihajlovic, sind Studentinnen der HfG.
Sie haben ihre 12 Rahmen mit altmodischen Knigge-Verhaltensregeln
gespickt, zu denen auch das Zitat am Anfang gehört. Es gibt Regeln
zum Schenken von Blumen,
zu Tischschmuck oder Hochzeiten. Jede, der mit Schreibmaschine
getippten
Anweisungen, wurde mit einem alten Häkelmuster oder einer
vergilbten
Blumenstickerei ergänzt. Die Serie ist zu einem kleinen Archiv
materialisierter
Stilblüten geworden.
Die Blumen von Silke Andrea
Schmidt, HfG-Absolventin, sind eine Vermischung unterschiedlichster
Kontexte und
verweisen immer wieder auf Vergänglichkeit. Naturstoffe wie Filz
werden
mit unscheinbaren Alltagsgegenständen kombiniert. So bilden sechs
Hostien
einen Blütenkranz und das Blüteninnere ist eine rundes
Bildchen
einer Gams, welches eine Zielscheibe über dem Herzen trägt.
Makaber
bis kitschig kommen die 12 Rahmen daher. Die vielleicht naheliegendeste
Umsetzung
sind die "Blumenportraits" von Kaya Theiss. Sie zeichnete Frauen, die
Blumennamen
tragen: Magerita, Iris, Anne Mohne oder Rosa. Und wie die Wachstums-
und
Standortbedingungen auf den Tüten von Blumensamen, sind auch die
Lebensumstände
der Frauen in kurzen Worten unter den Portraits festgehalten.
"Netzwerk
Offenbach" präsentierte bis 31. Oktober 2002 "flowers" im
Ausstellungsraum "Fahrradhalle", Luisenstraße 51. |
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| Kunstansichten
Orte: Kunstloft
Karminsky Ortstermin, Offenbach
Domstraße. Gegenüber des Arbeitsamtes geht es in einen
Hinterhof. Dort: ein frischsanierter Fabrikbau im typischen gelben
Klinker der Region. Hier wohnt Michael Karminsky, in dessen Loftwohnung
sich eine Sammlung zeitgenössischer russischer Kunst verbirgt.
Michael Karminsky ist selbst in der Sowjetunion geboren
und aufgewachsen, verdient heute sein Geld in der Gastronomie und
widmet
sich seit fast 20 Jahren seiner Kunstsammlung, die sich langsam, aber
stetig
vergrößert. Schon beim Betreten der Loftwohnung sieht man
nicht
viel vom roten Ziegelstein der Wand, diese ist von oben bis unten mit
Bildern
bedeckt. Eine lichte Etage, deren Wohnbereich sich am Stück bis
zum
Eß- und Küchenbereich hinüberzieht. Einzelne
Versatzstücke,
wie selbstrestaurierte Schiffshaken, Industriewaage und die
Original-Hängelampen
des Baus betonen den Industriecharakter der Wohnung. An den Wänden
hingegen hängt Kunst: großformatige Gemälde, aber auch
Zeichnungen,
Drucke, Fotografien und einzelne Kleinskulpturen stehen im Raum.
Zur Kunst gekommen ist Michael
Karminsky 1973 über den Künstler Eduard Gorokhovski, der halb
in Offenbach, halb in Russland lebt. Durch ihn kam die Begeisterung
für die Kunst
und die Kontakte zu anderen Künstlern. Eduard Gorokhovski, 1929 in
der
Süd-Ukraine geboren, ist ein Vertreter der sogenannten „SozArt“,
einer
politisch motivierten sozialistischen Kunstrichtung im
poststalinistischen
Russland. Der Künstler bearbeitet Fotos aus alten Alben, indem er
sie
übermalt und collagiert. Er manipuliert künstlerisch das
mediale
Bild, wahrt aber Momente der fotografierten historisch-biografischen
Situationen,
den Kontext, dem die Fotografien entnommen sind. Zwölf Bilder
Gorokhovskis
sind mittlerweile Bestandteil der Sammlung und hängen auch im
Loft.
Sammlungsschwerpunkt ist die Kunst der sogenannten „Zweiten russischen Avantgarde“. Sie ist kein homogener Stil und lässt sich auch nicht unter einem gemeinsamen Nenner zusammenfassen. Ihre historische Bedeutung ist (aufgrund deren plötzlichen Entstehung Ende der 60er und einer Atmosphäre, die einerseits von Gefahr und Verzweiflung und andererseits von schöpferischer Freiheit geprägt war) nur mit den zwanziger Jahren in Russland vergleichbar und darf nicht unterschätzt werden. Von der Staatsgewalt unterdrückt, sei hier nur an die "Bulldozer-Ausstellung" 1974 erinnert, bei der im Moskau ausgestellte Kunst mit Bulldozern niedergewalzt wurde. Im Loft von Karminsky sind ihre wichtigsten Vertreter in einem Raum vereint: Ilja Kabakov, Alexander Kosolapov, Eduard Gorokhovski, Boris Orlov und andere. Das Besondere daran ist, dass die Arbeiten nicht im sterilen Umfeld eines Museums gezeigt werden, sondern in der Privatwohnung des Sammlers, der all diese Künstler persönlich kennt und ihren Erfolg freundschaftlich begleitete. So war gerade Alexander Kosolapov zugegen, der gerne als Begründer der SozArt bezeichnet wird. Er ist in den 70ern in die USA emigriert und arbeitete an Bildern, in denen er typisch russische Produkte mit dem Design des westlichen Warenfetischismus zu Konsum-Ikonen stilisierte. Kosolapovs “McLenins” ist in Russland beliebtes Souvenir, auf T-Shirts überall zu finden. Auch berühmt, das Gemälde mit Lenin und Stalin vor einem übergroßen Marlboro-Schriftzug, sozusagen als Cowboys des Ostens. In Karminkys Loft hängt eine typische Arbeit von ihm „Caviar Lady“ von 1996. Ursprünglich eine alte Ford-Werbung, räkelt sich nun ein adrettes Pin-Up auf einem runden Kaviar-Logo, ein Text fragt. „Have you eaten Caviar lately?“. Na, dann guten Appetit! |
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| Kunstansichten
Orte: Mato-Fabrik Wer Bieberer Berg hört, denkt
bestimmt erst einmal an Fußball. Aber der Bieberer Berg
beheimatet auch Kunst. Seit 1994 haben nach und nach Künstler Raum
für Ateliers in der Mato-Fabrik gefunden. In dem alten Fabrikbau
an der Bieberer Strasse sind immer noch Firmen ansässig, aber der
Großteil der Räume
ist an mehr als 30 Künstler aus den Bereichen Bildende Kunst,
Fotografie, Design und Musik vermietet.
Schon bei vorherigen
Rundgängen waren einzelne Ateliers der Öffentlichkeit
zugänglich, doch zu
dem diesjährigen „Offenbacher Kunstansichten“ haben sich die
Mieter
der Mato-Fabrik zusammengetan und zusätzlich eine
Gruppenausstellung
„extrakt2002“ auf die Beine gestellt. 23 Künstler vom
Gelände,
plus 3 Gastkünstler finden sich nun in einem weiß
getünchten
Fabrikraum wieder, der extra zu den Kunstansichten vom Vermieter
umsonst
bereitgestellt wurde. Kuratiert wurde die Ausstellung von Ralph Zoller,
selbst
Atelierbesitzer am Gelände. Teilnehmende Künstler sind:
Angelika
Prinz, Armin Rager, Claudia Weber, Cornelia Krauledat, Darcy Delayne,
Ernst
Stark, Frank Kunert, Frank Tückmantel, Gabriele Saur-Burmester,
Johannes
Kriesche, Julia Heine-Saabel, Karsten Kraft, Lutz Lübbe, Maren
Flößer,
Michael Uecke, Migu M. Syed, Ralph Zoller, René Spalek, Robert
Mondani,
Sabine Voigt, Stefan Bressel, Susanne Lauterbach, Tina Baumung, Ulrike
Prange,
Wilfrid Kreutz.
Am Anfang waren es nur Sieben
gewesen, die an einer Gruppenausstellung Interesse zeigten, doch je
mehr das Ganze anfing Form anzunehmen, umso mehr Bewohner der
Mato-Fabrik kamen hinzu.
„Durch diese Geschichte haben sich die Künstler formiert. Vorher
hat
man fast wie in einem Hochhaus anonym nebeneinander hingewerkelt.“, so
Ralph
Zoller. Jetzt weiß jeder, wer der andere ist und was er macht.
Die
Künstler präsentieren sich nicht nur mit „extract 2002“
gemeinsam,
sondern auch auf der gerade noch rechtzeitig für die
Kunstansichten
fertig gewordenen Homepage, an der man virtuell den einzelnen
Künstlerateliers
einen Besuch abstatten kann. Man findet dort Informationen zu den
Künstlern und Abbildungen ihrer Arbeiten.
Die Ateliers kann man aber auch am
kommenden Wochenende real besuchen. Für wen die Gruppenausstellung
nur ein Vorgeschmack war, kann dann weitere Arbeiten der Künstler
direkt an ihren Produktionsstätten finden. Ob Malerei, Zeichnung,
Objektinstallationen, Holzskulpturen, Goldschmiedearbeiten oder
Fotografie, die Produkte des künstlerischen Schaffens sind breit
gefächert. Nicht anders ist es bei den Atelierbesitzern, von
Kunsthandwerkern, Kunsthochschulabsolventen, Uni-Dozenten bis
Hobby-Künstlern ist so ziemlich alles vertreten. Zusätzlich
werden die Besucher des Rundgangs auch
kulinarisch verwöhnt. Unter dem Dach einer afrikanischen
Hütte werden afrikanische Spezialitäten angeboten.
Infos:
www.kunst-in-der-alten-Mato.de
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| Kunstansichten
Orte: Offenbach am
Meer Man stelle sich vor, statt des
Maindamms plätscherten Wellen an den Strand. Der Flohmarkt
fände unter Palmen statt. Kinder würden im Sand Burgen bauen,
während Liebespärchen der am Horizont versinkenden Sonne
nachschauen. Offenbach am Meer, schön wär’s.
Schon ironisch gemeint sei der Titel, so Rafael Jimenez Heckmann, von der Kulturinitiative „Offenbach am Meer e.V.“ Ironisch, aber nicht resigniert, eher als Motivation, dass es viel zu tun gibt. Zusammen mit Daniel Koeth, Reiner Bös, Kathrin Kolb, René Nungeß und Frank Biedert gründete Jimenez Heckmann im Frühjahr 2002 die Initiative „Offenbach am Meer“. Sie verstehen sich als Plattform für Kunst, Film und Musik für Offenbach. Und zu den Offenbacher Kunstansichten starten sie mit ihrer ersten Veranstaltung. Ein Filmfestival „Filmsichten 01“ präsentiert Offenbacher Filmemacher. Davon gibt es ja Dank der HfG einige, insgesamt vier davon werden am Samstag, den 14. September ihre Filme zeigen. Das Hauptprogramm bestreiten dabei Christof Nogay und Jörg Ritter. Jeweils von 15-17 Uhr und 21-23 Uhr werden Filme der beiden gezeigt. Zusätzlich werden die Zwei von 18-20 einen filmischen Vortag zum Thema „Tempo“ präsentieren. Um 23 Uhr gibt es dann eine Weltpremiere auf dem kleinen Festival „Bier Brother“ von Alevander Schrumpf und Bernhard Lenz. Lenz, Mitglied von Freax, ist ja schon aufgefallen mit bitter-bösen Anarcho-Filmen. Info: www.offenbach-am-meer.net |
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| Kunstansichten
Orte: Galerie Volker
Huber Bei den Offenbacher Kunstansichten
kann man die Bandbreite an Offenbacher Kunsträumen kennenlernen,
von Ateliers, Galerien bis zu Off-Kunst-Räumen. Ein Raum, der
sonst weniger der Öffentlichkeit zugänglich ist, wäre
die Edition und Galerie Huber. Die Hauptarbeit liegt bei der Edition
von Originalgrafiken und Skulpturen. Und damit unterscheidet sie sich
auch vom normalen Galeriebetrieb, wo verkauft wird, was in der
Galerie ausgestellt ist. 1969 von Volker Huber gegründet, arbeitet
die Edition heute mit 7 Mitarbeitern und hat ihren Sitz in der Berliner
Straße.
Hier werden Druckeditionen von
einzelnen Kunstwerken produziert, eine Art Minikatalog, der dann per
Post versandt
wird. Entweder geht dieser gleich an die Sammler oder an Galerien,
welche
die Arbeiten dann bei sich in den Räumen anbieten. Zu dieser
Editionstätigkeit gehört auch das Verfassen und Verlegen von
Künstlermonografien
oder Kunstbüchern. Seit über 20 Jahren vertritt Volker Huber
z.B.
die Künstler Bruno Bruni und Paul Wunderlich und vermittelt
Kunstwerke
in Deutschland und nach ganz Europa.
Zusätzlich gibt es aber auch,
ähnlich wie bei einer klassischen Galerie, eine 240 qm große
Ausstellungsfläche, die als Showroom genutzt wird. Dort wird
speziell für die Offenbacher Kunstansichten, Arbeiten der
Künstlerin Barbara Quandt ausgestellt. Barbara Quandt ist eine
alte Bekannte der Galerie, hat schon 1990 und 1994 in der mittlerweile
aufgegeben Dependance in Frankfurt ausgestellt und vor zwei Jahren
für die Edition Volker Huber ein Künstlerbuch geschrieben und
illustriert. "-50°- Die Expeditionsreise der Gertrude Kronthaler,
Alaska 1896-1898". Ein fiktives Reistagebuch. Barbara Quandt selbst
wurde 1947 in Berlin geboren, studierte dort Malerei an der Hochschule
der Künste. Nach mehreren Arbeitsstipendien, die sie für
lange Aufenthalte nach Nordamerika, Südamerika und andere
Länder Europas führten, kehrte sie zurück in ihre
Heimatstadt, wo sie heute lebt und arbeitet.
Jetzt sind ihre Malereien in
Offenbach zu sehen. In den lichtdurchfluteten Räumen des Haus
Rosenthals. Im
Dritten Stockwerk gibt es eine geräumige Loftetage mit
Panoramablick
auf eine Offenbacher Hinterhof-Szenerie und nach vorne auf die
geschäftige
Berliner Straße. Großformatige Malerei, aber auch
Kleinformatiges
hängt an den Wänden und an dem asymetrischen Kubus, einer
Architektur
im Raum, der zusätzlich Hängefläche bietet. Man kann
Barbara
Quandt dem Dunstkreis der "Neuen Wilden" zuordnen. Ihr Duktus ist
locker,
die Bildthemen zeigen eine gegenständlich abstrahierende Malerei.
Die
ausgestellten Arbeiten sind in Öl auf Leinwand gearbeitet, aber
auch
Aquarelle und Gouachen auf Papier. Sie zeigen stets farbenfrohe,
kräftige,
übereinander gelegte Farbflächen, in der auch Figuren oder
Tiere
ihren Platz finden.
Die ausgestellten Werke aus den
80er und 90er Jahren und werden kontrastiert mit drei metallenen
Großskulpturen von Horst Anthes, Bernhard Jäger und Lutz
Brockhaus, ebenfalls Künstlern, die durch die Edition vertreten
werden.
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Wer ist Robert Johnson? Kein
Offenbacher, zumindestens kein Einwohner. Und doch ein Offenbacher, ein
Musikclub, an
der Grenze Offenbachs zum Kaiserlei gelegen. Gegründet wurde der
Club,
in dem renommierte regionale wie internationale DJ’s House und
elektronische Musik auflegen, im Juni 1999. Die Macher hinter den
Kulissen sind Ata Macias, Sebastian Harst und Klaus Unkelbach. Ein
Kunstabend war immer mal angedacht, aber bis jetzt war dies Projekt
noch nicht in die Gänge gekommen. Doch man pflegt schon
länger gute Kontakte zur Frankfurter Städelschule und zur
Hochschule für Gestaltung und ist für neue Konzepte offen.
Zu den „Offenbacher Kunstansichten“ bietet der Club nun jeden Tag Veranstaltungen, zusammengefasst zur „Apollo“-Reihe, bestehend aus den Segmenten FOTO, FILM und LIVE. Apollo-FILM gibt es an fünf Tagen. Fünf Künstler aus den Bereichen Bildende Kunst, Musik und Literatur werden ihre Lieblingsfilme zeigen. Auf das Ergebnis kann man gespannt sein, denn die Namen versprechen Interessantes. Heiner Blum; Konzeptkünstler und Professor an der Hochschule für Gestaltung. Duwe/Wüst, Offenbacher Künstler, die gerade erst ein großes Kunstprojekt für das Museumsuferfest realisierten. Tobias Rehberger, international agierender Frankfurter Künstler. Sven Regener, Sänger der Band „Element of Crime“ und Autor des Buches „Herr Lehmann". Justus Köhncke, Kölner Szene-Ikone, Produzent von Whirlpool, die letztes Jahr mit „From Disco zu Disco“ boomten. Aktuell ist er mit neuer eigener Platte „Was ist Musik“ unterwegs.Gestandene Künstler, die zum Teil dem Club ganz elementar verbunden sind, wie z.B. Tobias Rehberger. Er war es, der dem Club zu seinen Namen verhalf oder Heiner Blum, der den Kontakt zu dem Veranstaltungsort organisierte, während Duwe/Wüst künstlerisch mit dem Club arbeiten. Jeder der Künstler zeigt
seinen Lieblingsfilm. Der Club wird so zum öffentlichen
Wohnzimmer. Allerdings wird vorher nie gesagt, was für ein Film
gezeigt wird und welcher Künstler an welchen Abend dran ist. Da
hilft dann am ehesten der Blick ins Publikum, denn alle außer
Sven Regener werden an ihrem Abend auch anwesend sein. Die Filme sollen
Spaß machen. Liebe, Sex und Rock’nRoll, so ließe sich die
Auswahl grob beschreiben, doch wird nicht verraten.
Die Segmente FOTO und LIVE bilden
Anfang und Ende der Apollo-Reihe. Bei Apollo-FOTO werden Foto-Arbeiten
des 24-jährigen HfG-Studenten Daniel Herrmann gezeigt. Er hat
über zwei Jahre lange
Besucher im Club fotografiert. Die digitalen Bilder kommen nun als
laufende
Projektionsserie zurück ins „Robert Johnson“. Angekommen sind auch
Großkopien
der Fotos, welche die Wände regelrecht zukleistern werden. So dass
vor
allem der Club und seine Besucher sich ständig selbst wiederholen.
Denn
der Besucher der Kunstansichten kommt in den Club, um die Bilder der
Besucher im Club zu betrachten. Apollo-LIVE ist die Fortsetzung zu
Apollo-FOTO. Die Band von Daniel Herrman "Micogramma Medium Extended“
wird live im Club spielen, Kraut Rock ist die Musikrichtung und es wird
zudem wieder Fotoarbeiten Herrmanns zu sehen geben.
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| Kunstansichten
Orte: Rotari „Das Rotari ist einfach obergeil.
Wohnzimmeratmosphäre, da halt echt superklein, und zwei verglaste
Wände zur Straße hin. Trotzdem immer namhafte DJ’s, vor
allem aus dem Frankfurter Raum“, so die Beschreibung eines Besuchers
einer Party-Homepage im Internet.
Schnell wird klar: Rotari in
Offenbach hat weder etwas mit dem 1762 verstorben Maler, noch mit der
italienischen Sektkellerei und noch viel weniger mit dem weltweit
agierenden Rotary-Club zu tun. Obwohl ein Club ist es schon, aber nicht
nur.
Früher ein Imbiss auf dem
Hochplateau des Busbahnhofes in der Berliner Strasse, wurde der
leerstehende Laden 1998 vom Frankfurter Partymacher Hans Romanov und
Andrea Wünsche übernommen. Nach dem Weggang Romanovs im
Frühjahr 2000, übernahm ein Gruppe von
Kunst-Musik-Medientreibenden, etwa im Alter von Mitte Zwanzig bis Mitte
Dreißig das Projekt „Rotari. Auch wenn manche Mitglieder der
Ursprungsgruppe nicht mehr dabei sind und Neue hinzukamen, das
Veranstaltungsprogramm wird gemeinsam im achtköpfigen Team
entschieden. Dies geht über Bar und Musikprogramm hinaus.
Regelmäßig finden in dem Raum Ausstellungen,
Filmpräsentationen, aber auch Lesungen oder
Diskussionsveranstaltungen statt. Junge HfG- und
Städel-Studierende können hier ihre Werke zeigen,
während DJ’s an den Plattenspielern stehen und elektronische Musik
auflegen. Eher ein Musik-Salon als eine Disco, was schon die Enge des
Raums gebietet, denn geräumig ist das Rotari wirklich nicht.
Mit seiner Lage in dem Ladenkomplex in der Berliner Strasse wäre es in anderen Städten vielleicht ein Projekt zur Belebung sozialer Brachflächen im urbanen Raum. In Offenbach ist das täglich Brot: Jugoslawisches Café neben Kunstraum, die allgegenwärtige, durchaus spannende Vermischung der unterschiedlichen Einwohnergruppen. Und deshalb ist es besonders empfehlenswert für den Durchschnitts-Besucher, abseits des jungen HfG-Publikums, während der Offenbacher Kunstansichten genau dorthin zu gehen. Zu sehen, was aus dem Hochplateau geworden ist und wie kleine Kunsträume und Clubs, wie das Rotari, diese brachen Flächen besetzen und positiv nutzen können. Und wem das Clubprogramm abends zu spät ist, der kann zum abschließenden Rundgang am Sonntag, dem 22.9. schon ab 15 Uhr vorbeikommen. Präsentiert wird, neben der kleinen Ausstellung „Maudi“, „Kunstansichten zum Anhören“ eine CD von ptaah und Christian Strobel, mit gesammelten elektronischen Musiken des Rotari-Clubs. Die Hauptausstellung während der Kunstansichten bestreitet jedoch die HfG-Studentin Astrid Rieger mit der Zeichenserie „Maudi“. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, dem 13.9 um 21 Uhr. Zusätzlich werden an diesem Abend „Maudi“-Animationsfilme gezeigt und ein Kurzfilm. „Maudi“ ist eine rumänische Zeichentrickfigur. Die Zeichnungen Riegers zeigen klare vereinfachte Illustrationen, die sich in den Animationsfilmen wiederfinden. Dabei werden kleine Geschichten erzählt, die jedem bekannt vorkommen. Szenen, die man täglich erlebt. Die Animationsfilme sind etwa zwischen 45 sec und 1min 40 lang und werden hintereinander den ganzen Abend an einem Bildschirm im Hintergrund abgespielt Der Kurzfilm „Luftlöcher“ von 2002 ist etwa 15 Minuten lang und wird um 23 Uhr gezeigt. Während der Kunstansichten
werden unter der Woche außerdem am Montag, dem 15.9. ab 21 Uhr
„Filmstills“ gezeigt von Heide Kolling, Nadja Milenkovic und Alexander
Braun. Und Donnerstag, dem 19.9. läuft um 23 Uhr ein Film von
Justina Hajda „Der Horcher“, 20-minütig aus dem Jahr 2002.
Rotari, (Mo-Do
21-01 Uhr, Fr und Sa ab 22 h), Berliner Str. 50-52, Hochplateau. |
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